Freimaurerei

Was ist Freimaurerei?

Freimaurerei eine weltweite, ethisch-humanitäre Bewegung, die sich aus den Dombauhütten der Steinmetze entwickelt hat. Auch wenn bekannte Männer wie Friedrich II. (der Große), Freiherr von Stein, Lessing, Goethe und viele Persönlichkeiten mehr Freimaurer waren, gründete die Freimaurerei doch in der Hauptsache im Bürgertum. Ihr wichtigstes Fundament sind seit Jahrhunderten bis heute die Bürger in vielen Ländern der Erde – „Menschen wie du und ich“

Unser Freimaurerorden bietet seinen Mitgliedern eine in Erkenntnisstufen (Graden) abgestufte besondere Lehr- und Lernart an, die jeder einzelne nach seinem persönlichen Empfinden annehmen und für sich nutzen kann.Freimaurer kommen aus den verschiedensten Bildungs- und Gesellschaftsschichten und alle haben natürlich auch alle verschiedene soziale Herkünfte, ein jeder hat seine eigene Biographie. Darum bleibt es auch jedem selbst überlassen, inwieweit er diese Lehr- und Lernart annimmt und für sich selber nutzbar macht. Keiner wird bei uns befragt oder womöglich gar geprüft oder bewertet. Das ist das eigentliche Geheimnis eines jeden einzelnen. Freimaurerei ist deshalb auch weder Kirche (oder Kirchenersatz) noch Sekte.

Religion und Maurerei unterscheiden sich in ihren geistlichen Ausrichtungen. Die Weltreligionen wollen den Menschen in erster Linie auf das Leben nach dem Tod vorbereiten. Sie sind auf das Jenseits und „nach oben“, Gott, zugerichtet. Das Freimaurertum richtet sich auf das Erdenleben. Nicht um des himmlischen Lohnes soll der Mensch das Wahre und Gute verwirklichen. Er soll diesseitig bereits nach Vollendung streben und zum wahren Menschen werden, wie ihn der Humanismus versteht. Christlich ausgerichteten Logen, wie die Loge „Carl zum Felsen“ verlangen von ihren Mitgliedern ein offenes Bekenntnis zum Christentum. In den Grundlagen gibt es zwischen humanitären und christlichen Logen keine wesentlichen Unterschiede. Sie finden sich jedoch bei der freimaurerischen Arbeit und der Entwicklung des Freimaurers in seiner Loge. Auf das Bekenntnis zum christlichen Glauben wird vom Eintritt in die christliche Loge an Wert gelegt. Er wird durch die Bibel verkörpert. Dennoch ist Glaube im freimaurerischen Sinne nicht Glaubens- sondern Tatbekenntnis. Dementsprechend verlangt die freimaurerische „Weihe zur geistlichen Ritterschaft“ Aufopferung für die leidende Menschheit, nicht jedoch die Verteidigung eines bestimmten Glaubensdogmas. Die christlichen Inhalte der Freimaurerei sind daher unabhängig von Konfessionen. Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche wird nicht verlangt.

Das demokratisch – pluralistische Verständnis der Freimaurerschaft verlangt das sich Bekennen und Einsetzen für einen freiheitlichen Rechtsstaat. In seiner Verfassung müssen die Menschenrechte und eine Gewaltenteilung vorgeschrieben sein, die einzelne Verfassungsorgane wirkungsvoll an Machtmißbräuchen hindern kann. Als Gegner des Absolutismus entwickelte Montesquieu aus freimaurerischer Überzeugung seine Lehre von der Gewaltenteilung: Esprit des Lois. Frei von Ideologie bedeutet für Freimaurer nicht gleichgültiges Gewährenlassen, sondern konsequente Absage an jeden Totalitätsanspruch. Es ist feste freimaurerische Überzeugung, daß es keine universalen Aussagen zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft geben darf, die für alle Menschen gleichermaßen verbindlich sein können. Die Verfolgung der Freimaurer durch totalitäre Systeme wie dem Naziregime oder dem Kommunismus waren bittere Konsequenz. Der Freimaurer wendet sich jedoch nicht gegen den Staat. Die erste englische Freimaurerverfassung, the Anderson Constitutions, vom 28. Februar 1723, gilt insoweit noch heute: „Der Maurer ist ein friedlicher Bürger des Staates, wo er auch wohne und arbeite. Er darf sich nie in einen Aufstand oder eine Verschwörung gegen den Frieden der Nation verwickeln lassen“. Kirchenpolitisch wurde die Freimaurerei zwischen 1738 und 1918 zwölfmal päpstlich verurteilt und exkommuniziert. Nach dem zweiten Weltkrieg hat die Kirche den Dialog aufgenommen, aber erst 1972 die Exkommunikation der Mitglieder der Logen aufgehoben.

Wie wird man Freimaurer?

Jeder Mann, der bereit ist, sich an den Werten auszurichten, die in der „Berglehre“ des Jesus von Nazareth ausgedrückt werden, kann Mitglied in unserem Freimaurerorden werden. Da wir weder „Religion“ noch „Kirche“ sind, sprechen wir nicht von „Gott“, sondern verehren die transzendente Kraft unter dem symbolischen Namen des „Dreifach großen Baumeisters der ganzen Welt“. Es ist bei uns nicht wichtig, woher jemand kommt oder welchen Beruf er ausübt, solange derjenige

vor sich selber bejahen kann, dem oben beschriebenen nachstreben zu wollen und das entsprechende Interesse mitbringt. Niemand wird nach Herkunft, Beruf, Einkommen oder Bildung beurteilt. Im Gegenteil – gerade die Unterschiedlichkeit in unseren Gemeinschaften (Logen), in denen wir ohne Standesunterschiede alle gleich sind, macht das Leben in der Loge so schön und erlebnisreich.

Unsere Loge veranstaltet in der Regel mehrmals im Jahr Gästeabende. Zu diesen Gästeabenden erwarten wir Männer, die sich bereits aus den allgemein zugänglichen Quellen umfassend informiert haben und auf dieser Wissensbasis tiefer- und weitergehende Fragen haben, weil sie sich mit dem Gedanken tragen, Freimaurer werden zu wollen. In ungezwungener Atmosphäre dienen diese Abende einer gegenseitigen Prüfung. Weder die Loge noch Sie wissen zu Beginn, ob Freimaurerei für Sie das Richtige ist und ob Sie für die Freimaurerei geeignet sind. Hier können Sie Ihre Fragen stellen und von Ihren Ansichten erzählen, denn auch wir sind daran interessiert zu erfahren, wer Sie sind und ob Sie zu uns passen.

Für sachliche Informationen über die Freimaurerei im Allgemeinen empfehlen wir Ihnen einige Bücher und natürlich die eingehende Lektüre unserer Website. Wenn Sie Sich mit Ihren Absichten darin wieder finden können, was Sie aus den o.a. Quellen über die Freimaurerei erfahren haben, würden wir uns freuen, von Ihnen zu hören.

Der Freimaurerorden

Albert schweitzer und der Freimaurerorden„Ich habe mich viel mit der Geschichte des Freimaurer-ordens beschäftigt und die Bedeutung für das Entstehen der europäischen Kultur gewürdigt. Ich bin überzeugt, dass er in der Aufrecht-erhaltung derselben etwas zu bedeuten hat, weil er das freisinnige und ethische Miteinander vertritt, das, was Kultur ausmacht.“

Albert Schweitzer

Die „Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland – Freimaurerorden“ (abgekürzt „GLL“ oder auch „GLLFvD“) mit Sitz in Berlin, wurde am 27. Dezember 1770 gegründet.

Als Vorbild dienten der außergewöhnlichen Gemeinschaft seinerzeit Ritterorden, die wie die legendären „Templer“ des Mittelalters weltliche Bodenständigkeit und geistliche Disziplin zusammenführten.Heute pflegen rund 3.500 Ordensbrüder aller Altersklassen und Berufe unsere jahrhundertealten freimaurerischen Rituale in über 100 vorwiegend deutschen Johannislogen.

Weitere sogenannte „Sprengel“ gibt es in Togo, Lettland und Rumänien. Wir sind uns unserer abendländischen Wurzeln genauso bewusst, wie den jahrtausende alten Einflüssen antiker Mysterienbünde.

landesloge_berlinAls Freimaurer christlicher Tradition fühlen wir uns jedoch vor allem der zeitlosen Ethik der Bergpredigt verpflichtet, simpel zugespitzt in der „Goldenen Regel: „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen.“

Unsere Lehrart gründet sich demnach auf das Bekenntnis zu einem aufrechten und verantwortungsbewussten Leben, nach Beispielen einzigartiger historischer Persönlichkeiten wie Jesus Christus.

Obwohl wir uns gerade wegen eines solch’ hohen Ideals vor allem mit dem Diesseits auseinandersetzen müssen, beschäftigen wir uns auch eingehender als andere freimaurerische Lehrarten mit den existentiellen Fragen des „woher komme ich“ und „wohin gehe ich“ und den zahlreichen möglichen Antworten, die schon Generationen von Philosophen, Forschern oder Religionen vor uns gegeben haben.

Diese Erkenntnisse werden in einem hierzulande einzigartigen „geschlossenen System“ vermittelt, in dem alle Grade unserer freimaurerischen Lehrart aufeinander aufbauen und die Einblicke vertiefen.

Empfehlungen zum Einstieg in die Freimaurerei

Buchempfehlungen

DVD’s und CD’s